Brief des Präsidenten
der Zionistischen Organisation Deutschlands.
Первое
письмо президента
Сионистской
Организации
Германии
In diesen Tagen, wo man nur Verzweiflung, Mord
und blutige Ereignisse in
allen Fernsehkanälen, in den Rundfunkprogrammen und in
den Zeitungen vor
Augen geführt bekommt, ist es sehr schwer, einen Brief
zu verfassen, in
dem Optimismus, Hoffnung und Zukunftsfreude direkt oder zwischen
den Zeilen
zu lesen sind. Wie soll man heute in die Zukunft zeigen, wenn
kleine Kinder
als Bombenträger eingesetzt werden im Konflikt mit Israel,
wenn Terror
in seiner blutigsten Form friedfertige Menschen, die zur Arbeit
fahren,
bewußt auslöscht, wenn Raketen in Hotels und Häuser
in Bagdad und andernorts
einschlagen. Wenn unmenschliche Köpfe und kranke Gehirne
sich Sachen ausdenken,
auf die ein normaler Mensch nie kommen würde! Wie kann
man sehen, wie kann
man hoffen, wie kann man Kinder in die Welt setzen, wenn man
nicht weiß,
was das Morgen bringt?
Lassen Sie mich von einem in den letzten Tagen erfolgten Briefwechsel
erzählen
mit einem Mann aus Kurdistan der in Deutschland lebt und schreibt,
daß er
in der kurdischarabischen Gesellschaft ohne Rechte, sondern
in Knechtschaft
gelebt hat. Er hat dort alles verloren, seine Familie, sein
Eigentum und
er möchte in unserer Organisation mitarbeiten, weil er
gehört hat, daß
unser Weg kämpfen bedeutet. Er ist zu allem bereit, um
die Araber zu besiegen
und zu töten. Ich habe ihm geantwortet, daß er
total falsch informiert ist,
die Zionistische Organisation will keinen Krieg, will keine
Kämpfe, will
nichts von Waffen wissen und vor allem will niemanden töten.Was
wir wollen
und suchen ist Friede, ist Versöhnung und der Versuch
friedlich zusammenzuleben.
Die Antwort von ihm kam prompt:
es ist wirklich wunderbar, daß trotz Judenverfolgung
und trotz dem ständigen
Bestreben Israel zu vernichten, unsere Organisation so arbeitet.
Leider verstehen nur allzuviele Menschen, ob Freunde oder
ob Feinde
dieses Wort ZIONISMUS falsch. Der Weg des Zionismus ist nicht
Mord
und Totschlag, sondern der Wunsch eines kleinen Volkes in
Ruhe und in Frieden
eine kleine Heimat sich zu schaffen, wo man nicht Angst haben
muß was der
nächste Tag bringt.Zionismus ist kein Versuch, Menschen
zu unterwerfen.
Zionismus ist lediglich eine Liebe zu einem Land, eine Brücke
zwischen dem
Land wo wir leben und dem Land Israel. Zionismus soll nichts
Negatives bewirken,
sondern soll versuchen, die Liebe zu Zion hervorzubringen.
Im Talmud, den
man den babylonischen Talmud nennt, war schon vor tausend
Jahren die Liebe
zu Zion ausgeprägt und existierte also damals schon.
Es ist keine neue,
moderne Erfindung. Es ist ein ewiger Wusnch, eine ewige Hoffnung
und deshalb
beenden wir auch das Pessachmahl(Ostern) mit dem Satz: "Und
nächstes Jahr
in Jerusalem"
Es hilft nicht, wenn man sich mit Schalom begrüsst und
mit Salem Antwort
bekommt. Es genügt nicht wenn Versuche gemacht werden,
jüdischarabische
Schulen zu gründen. Es genügt nicht, wenn die eine
Seite fordert und die
andere Seite sich verweigert. Aber es genügt, wenn endlich
in den israelischen
Schulen arabisch als Pflichtfach eingeführt wird. Es
hilft, wenn die Palästinenser
begreifen, daß Ruhe und Hoffnung Touristen ins Land
bringt, Arbeit schafft
und Brot bedeutet. Aber es ist eigentlich absurd Arbeitsplätze
in Israel
zu fordern, Tore und Türen aufzumachen, wenn man von
der andren Seite gleichzeitig
Gürtel mit todbringenden Bomben nach Israel schickt.
Und trotzdem muss die
Hoffnung noch einen grösseren Platz einnehmen als bisher.
Es muß besser
werden für alle, für Israel, für die Palästinenser
und für die ganze Welt.
im März 2004
Dr. Robert Guttmann
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